06.12.2015, 13:23 Uhr  

Trödelmarkt: Führt Mißmanagement zu Einnahmeverlusten?

Gunzenhausen - Wer künftig als Händler am Gunzenhäuser Trödelmarkt teilnehmen will, wird um Vorkasse gebeten. Warum?

Nach einer Auswertung des Wintertrödelmarktes vom Sonntag, 29.11.2015, sollen einige Händler aufgrund der schlechten Witterung erst gar nicht zu deren gebuchtem Stand erschienen sein. Nachdem die Platzmiete aber erst an Ort und Stelle abkassiert wird, konnten statt der erwarteten Einnahmen von 5.500 € nur 3.500 € verbucht werden.

Dies wiederum hat nun die sonst (fast) alles abnickenden Stadträte tätig und den zuständigen Ausschuss einig werden lassen, dass die Händler mit der Hälfte der dafür vorgesehenen Standmiete belegt werden sollen.

Ob dies zu Recht oder Unrecht geschieht, kann noch nicht abgeschätzt werden.

Einerseits wird davon gesprochen, dass die Händler mit ihrer Buchung einen Vertrag geschlossen haben. Andererseits ist diese Festlegung zu hinterfragen. Denn nicht immer führt die Nichtinanspruchnahme einer Dienstleistung auch zu Kosten für den jeweilig Beteiligten. Entscheidend für diese Frage ist wohl, ob im unzweifelhaft geschlossenen Vertrag dafür eine Regelung vorgesehen war. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass die nicht erschienenen Händler im Nachhinein durchaus die Hälfte der Standmiete nachentrichten werden, will man sich doch die Präsenz auf einen der künftigen Trödelmärkte in Gunzenhausen nicht verbauen.

Zusammenfassend bleibt jedoch ein fader Beigeschmack:
Schon immer war es so, dass der eine oder andere Händler aus den unterschiedlichsten Gründen an seinem gebuchten Platz nicht erschienen war. Es muss deswegen davon ausgegangen werden, dass dies durch die Stadt - mangels anderslautender Mitteilung - auch so akzeptiert wurde.
Es fehlen jedoch konkrete Aussagen darüber, wieviel an Einnahmen deswegen in Vergangenheit durch die Stadt Gunzenhausen abgeschrieben worden sind. Jetzt nun rückwirkend auf diese sonst übliche Praxis "unüblich" zu reagieren, ist schon merkwürdig. Regelungen können allenfalls für die Zukunft gelten und im Rahmen einer Gleichbehandlung sollten die Händler erst für die Zukunft anders behandelt werden dürfen. Es ist jedoch den Stadträten Gunzenhausens zu wünschen, dass diese auch künftig sehr eifrig in Haushaltsangelegenheiten tätig werden und nicht nur Verbesserungen bei anderen suchen. Dieser nun auftretende Eifer hätte nämlich bereits viel früher gezeigt werden können und hätte der Stadt auch einiges Defizit erspart. Geld übrigens, das durchaus woanders sinnvoll eingesetzt hätte werden können.

(fa)

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