20.09.2016, 10:27 Uhr  

Agenda 21 mit der CSU in Gunzenhausen - Klüngel?

Das Logo der Agenda 21 Gunzenhausen
Quelle: Flyer der Stadt Gunzenhausen - Agenda 21

 

Gunzenhausen - Zunächst einmal: Was ist die Agenda 21? Wofür steht Agenda 21?

Die Antwort auf diese Frage gibt ein Flyer, herausgegeben von der Stadt Gunzenhausen:
"Dabei geht es darum, die Balance zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltschutz, zwischen Interessen der Industrieländer und denen der Entwicklungsländer zu finden. Das Zauberwort der Agenda 21 heißt "Nachhaltigkeit"

und weiter heißt es:

"Das bedeutet nichts anderes, als die Bedürfnisse der heutigen Generation wahrzunehmen, ohne die Chancen der kommenden Generation zu gefährden."

Auch wird darin der Aufgabenkatalog der Agenda 21 wie folgt konkretisiert:

Im Allgemeinen:
- Klimaschutz, Energiefragen, Schutz der erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energiefragen, Veränderung von Konsumgewohnheiten, ökologisch orientierte Wirtschaft und Landwirtschaft

Konkrete Projekte:
- Radlstadt Gunzenhausen, Stadtradeln, Mobilitäte heute und morgen, Bürgersolaranlagen, Umweltbildung

Quelle: Flyer der Stadt Gunzenhausen

Es erscheint notwendig zu hinterfragen, durch welche Person die anfallenden Aufgaben der Agenda 21 erledigt werden sollen? Bestehen in der Erfüllung der Agenda 21-Tätigkeiten Abhängigkeiten? Werden dadurch etwa die vordefinierten Ziele der Agenda 21 verhandelbar und damit beeinträchtigt?

Aber der Reihe nach:

Zur Person wird man schnell fündig. Es handelt sich um Frau Ingrid Pappler.

Wer ist nun diese Frau, die sich mit diesem Thema im Auftrag der Stadt Gunzenhausen auseinandersetzt?

Ingrid Pappler ist im Vorstand des Ortsverbandes der CSU Gunzenhausen tätig. Sie besetzt weiterhin auch die Funktion der stellv. Kreisvorsitzenden der CSU im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Dazu kommt, und das erscheint in diesem Zusammenhang auch wichtig zu sein, dass gerade in diesem Ortsverband auch der Ehemann der Agenda 21-Beauftragten, Stadtrat Manfred Pappler, die Position des Fraktionsvorsitzenden besetzt.
(Quelle: Internet, Stand: 12.03.2016)

Man kann und darf damit zurecht hinterfragen, ob die Tätigkeit/en der Agenda 21 von der politischen Tätigkeit der CSU beeinflusst und damit auch geprägt wird.
Als Fraktionsvorsitzender der CSU in Gunzenhausen liegt es dabei nahe, dass man annehmen kann, dass die parteipolitische Verknüpfung des Ehepaares Pappler sich nicht vom gesonderten zugeteilten Aufgabenbereich der Agenda 21 trennen läßt.
Nachdem Bürgermeister Fitz selbst das Parteibuch der CSU in Händen hält, drängt sich der Gedanke geradezu auf, dass die Interessen der CSU mit den Tätigkeiten von Frau Ingrid Pappler NICHT in Einklang zu bringen sind.

Ob sich Frau Ingrid Pappler weiterhin für die Agenda 21 ehrenamtlich engagiert oder ob für die Erfüllung der Agenda 21-Tätigkeit ein Honorar durch die Stadt Gunzenhausen entrichtet wird, konnte derzeit noch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Warum nun diese Aufregung? Bewegt sich das nicht alles im normalen Rahmen?

Diese Frage darf mit einem eindeutigen "NEIN !" beantworten werden.
Gunzenhausens erklärtes Ziel ist es, durch die Agenda 21 in umweltpolititschen Angelegenheiten die Stadt nach vorne zu bringen.
Die Zugehörigkeit zu einer Partei, diesem Ziel näherzukommen, scheint daher eher hinderlich als förderlich zu sein.
Nachdem die CSU, und vor allen Dingen Herr Bürgermeister Fitz, die Zukunft Gunzenhausens vom wirtschaftlichen Erfolg und seine angesteuerten Projekte von einer angeblichen Außenwirkung geleitet werden, steckt hierin auch schon der Widerspruch.
Bei den verfolgten Interessen des Bürgermeisters Fitz können und werden die formulierten Ziele der Agenda 21 eher hinderlich als förderlich sein.

Nachdem zum Beispiel das Thema Eisbahn in den vergangenen Wochen sehr oft auf der Tagesordnung gestanden war, liegt es wohl nahe, genau dieses Thema einmal mit den Zielen der Agenda 21 abzugleichen.
Es ist nicht wegzudiskutieren, dass diese nun auch für 2016/2017 beschlossene Eisbahn nicht mit den Zielen von Agenda 21 vereinbar ist. So werden für die Beibehaltung der Eisbahn andere Argumente angeführt, die nichts, aber auch gar nichts mit Ökologie zu tun haben.

Auffälllig ist, dass in der Öffentlichkeit entsprechende Stellungnahmen von Agenda 21 nicht zu hören waren und sind. Soll nun die Beauftragte für Agenda 21 ihrem Ehemann und CSU-Fraktionsvorsitzenden in Gunzenhausen und dem Bürgermeister widersprechen müssen?
Korrekt wäre dies allemal. Der "Pack-mers-an" Bürgermeister Fitz, wie auch der Fraktionvorsitzende Pappler mit dessen Ehefrau und Agenda-21-Beauftragten werden aber gerade hier äußerste Zurückhaltung üben, um nicht bei den Bürgern mit ihren widersprüchlichen Ansichten in Ungnade zu fallen.

Für die Bürger, die sich zur letzten Kommunalwahl nur ganz knapp für den jetzigen Bürgermeister Fitz ausgesprochen haben, ist das eine erklärte "Watschn". Der Bürger hätte für sein gut gemeintes Votum einen besseren und vor allen Dingen ehrlicheren und transparenteren Umgang verdient.

(fa)
 

 

 

 

 

 

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