05.07.2016, 16:00 Uhr  

Positionspapier Initiative "Pro Spielplatz und Bolzplatz Frickenfelden"

Positionspapier Neubaugebiet Frickenfelden der Initiative „Pro Spielplatz und Bolzplatz Frickenfelden“ zur Übergabe der Unterschriftenlisten
am Freitag, 29.04.2016, 08:30 Uhr an Bürgermeister Fitz vor dem Kindergarten in Gunzenhausen, Ortsteil Frickenfelden

Ausgangslage

Nach aktuellem Planungsstand soll im Gunzenhäuser Ortsteil Frickenfelden ein weiteres
Neubaugebiet entstehen.
Dieses Neubaugebiet wird ausdrücklich begrüßt. Nur wenn Gunzenhausen sich fortentwickelt
und Neubürger hinzukommen, wird man der demografischen Entwicklung wirksam
entgegensteuern können.

Leider soll nach derzeitigem Planungsstand auch eine Veränderung der bisher am Kindergarten
unterhaltenen Freizeiteinrichtungen für Kinder erfolgen.

So soll der Spielplatz aufgrund einer geplanten Zugangsstraße zum Neubaugebiet an der
westlichen Seite um ca. 20-25% in seiner Fläche reduziert werden.
Weiterhin soll auch der bestehende Bolzplatz verlegt werden.

Die bisher einmalige Kombination aus Spiel-, Bolzplatz und Kindergarten wird damit zerrissen.
Ein gut funktionierender und bewährter Leuchtturm für Gunzenhausens Ortsteil Frickenfelden,
der nun mit Absicht zerstört werden soll?

Die Initiatoren Wolfram Dirschinger und Armin Ferber, beide Frickenfelden, haben eine
Unterschriftenaktion gestartet mit der Forderung an die Stadt Gunzenhausen, dass beide Plätze
in der bisher bewährten Form beibehalten werden.

Es wurden insgesamt 331 Unterschriften geleistet. Eine weitere Anzahl von Unterschriften wäre
mit Sicherheit noch möglich gewesen.

Begründung „Pro Spielplatz und Bolzplatz Frickenfelden“

a) gute Akzeptanz durch die Bürger

Beide Plätze, sowohl Spielplatz und Bolzplatz werden gut angenommen.
Auf Nachfrage hin hat die Kindergartenleiterin Frau Palmowski bei einer Ortsbegehung der
SPD-Stadtratsfraktion mit dem Ortsverband am 8. April bestätigt, dass die Kombination von
Kindergarten und Spiel- und Bolzplatz einzigartig ist und von Eltern wie auch Kindern gerne
angenommen wird.

Auch die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger bei der Unterschriftenaktion war dahingehend,
dass Spielplatz sowie Bolzplatz als äußerst beliebte Einrichtungen beschrieben werden, die von
den Frickenfelder Bürgern/Kindern gerne und viel genützt werden.

Wenn, wie auch Bürger bei der Unterschriftenaktion geäußert haben, die vorhandenen Plätze
noch ansprechender gepflegt werden und einladender gestaltet werden würden, würden die
vorhandenen Plätze noch attraktiver sein.

b) erweiterte Rückzugsflächen für den Kindergarten

Durch die anfänglich angesprochene Kombination von Spiel-, Bolzplatz und Kindergarten
besteht eine tatsächlich einmalige Situation, die einen unglaublichen Vorteil bietet. Die
angesprochenen Plätze können ohne weiteren Aufwand durch den Kindergarten mitgenutzt
werden. Durch den räumliche Zusammenhang der Plätze wird die Aufsichtspflicht zudem
erheblich erleichtert.

c) Erweiterungsmöglichkeit des Kindergartens

Natürlich sind hier die Zukunftsplanungen des Kindergartens nicht bekannt. Wenn das künftige
Neubaugebiet jedoch tatsächlich so stark angenommen wird, wie es derzeit durch Herrn
Bürgermeister Fitz beschrieben wird, so ist in der Folge damit wohl auch zu rechnen, dass der
sehr beliebte Frickenfelder Kindergarten noch größeren Zulauf erhält. Der Kindergarten
Frickenfelden könnte dann auch eine Erweiterung in Erwägung ziehen, die jedoch bei einer
Reduzierung der bisher vorhandenen Flächen dieses Vorhaben schwierig erscheinen lassen.

d) Unsinnige Forderung von Mehrgenerationenspielplätzen

Wie einem Presseartikel im Altmühl-Boten vom 25. Januar zu entnehmen war, fordert die CSU
die Einrichtung von Mehrgenerationenspielplätzen. Eine Forderung, die schwer mit dem
Ansinnen der Initiative „Pro Spielplatz und Bolzplatz Frickenfelden“ in Einklang zu bringen ist.
Jeder Spielplatz ist von Natur aus bereits ein Begegnungspunkt für Jung und Alt.
Gerade der Frickenfelder Spiel- und Bolzplatz bietet hier enormes Potential.
Durch die beabsichtigte Trennung des Bolzplatzes vom Kindergarten wird ein
altersübergreifender Begegnungspunkt geradezu nicht erreicht.

e) geringeres Gefahrenpotential bei Beibehaltung der bisherigen Straßen

Nach den derzeitigen Planungen soll westlich am Spielplatz eine Zufahrtsstraße zum
Neubaugebiet, eine weitere Zufahrt soll direkt am Kindergarten vorbei entstehen.

Die Schaffung neuer Zufahrten in unmittelbarer Nähe des Kindergartens stellen eine Zumutung
dar. Neue Zufahrten bedeuten weitere Gefahrenzonen für die Kindergartenkinder.
Wenn damit argumentiert wird, dass zum Beispiel auch andernorts an Kindergärten vorbei
Verkehrsstraßen geführt werden, so mag dies durchaus zutreffen. Allerdings absichtlich
derartige Planung zu verfolgen kann nur als kurzsichtig bezeichnet werden, denn wo kein
weiterer Verkehr geführt wird, kann auch kein weiteres Gefahrenpotential entstehen.

Weiterhin besteht bereits jetzt zu den Stoßzeiten hohes Verkehrsaufkommen.
Eigene Beobachtungen und Gespräche mit dem Kindergartenpersonal unterstreichen diese
Einschätzung.
Dieses Verkehrsaufkommen soll durch die Schaffung neuer Zufahrtsstraßen nicht noch weiter
anwachsen. Eine sinnvolle Alternative muß daher angedacht sein.
Für die Zufahrt kann es auch andere Lösungen geben.

f) keine Notwendigkeit zweier Zufahrtsstraßen ins neue Wohngebiet

Andere Städte haben Ihre Zufahrten/Durchfahrten zu Wohngebieten ausdrücklich beschränkt.
Beispielsweise ist auch in Gunzenhausen die Zufahrt zum Wohngebiet Reutberg II nur über
eine Straße möglich. Eine weitere Möglichkeit, die vorhanden wäre, ist nicht freigegeben. Was
an anderer Stelle in Gunzenhausen möglich ist, muß auch für das Neubaugebiet Frickenfelden
möglich sein.

g) Fehlplanung im ehemaligen Neubaugebiet Eisenreich?

Die derzeitigen Planungsentwürfe lassen starke Zweifel aufkommen, ob bei der Bebauung im
ehemaligen Neubaugebiet Eisenreich richtig gearbeitet wurde. Schnell stellt man fest, dass
mögliche Alternativen bei der Erschliessung des aktuellen Neubaugebietes aufgrund bereits
erfolgter Bebauung ausscheiden.

Handelt es sich hierbei um Fehlplanungen?

h) Vorteile einer Alternativanbindung, Vorschlag hierzu

Eine Alternativanbindung des Neubaugebietes Frickenfelden soll zu einer Entlastung des
Anwohnerverkehrs führen, aufkommender Verkehr soll besser verteilt werden. Im Ergebnis
muß eine Wohnwertsteigerung bei den Alt- und Neubürgern die Zielsetzung sein.

Wie könnte hier ein überlegenswerter Vorschlag aussehen?

Kurzum, es ist unumgänglich, den nordöstlich zum künftigen Neubaugebiet angrenzenden
Weg, den „Brombacher Weg“ mit einzubeziehen.

Aber auch, um eine künftige, mögliche weitere Erweiterung des Neubaugebietes in Richtung
Osten zu ermöglichen, sollte bereits jetzt der Brombacher Weg mit einbezogen werden. Die
derzeitige Planung ist auch schon deshalb nur als zu kurzsichtig zu bezeichnen.

Die am Kindergarten direkt vorbeiführende Straße soll weiterhin aber grundsätzlich abgesperrt
bleiben (zum Beispiel durch Baken). Um die Einsatzwege für etwaige Notfälle kurz zu halten,
sollte eine angedachte Zufahrt zum künftigen Neubaugebiet für Einsatzfahrzeuge (Feuerwehr
etc.) jedoch möglich sein.

Das Ergebnis wäre eine Win-win-Situation, mit dem auch alle Beteiligte gut leben könnten.

i) bessere Einbindung der Planungsvorgaben

Nach Recherchen wurde durch das Planungsbüro Team 4 aus Nürnberg die Möglichkeit einer
alternativen Zufahrt ins Neubaugebiet bisher leider nicht weiter untersucht. Grund hierfür seien
nach Auskunft des Planungsbüros die Vorgaben der Stadt Gunzenhausen gewesen.
Warum mit der aktuellen Planung nicht bereits Alternativvorschläge ausgearbeitet werden, ist
nicht nachvollziehbar

j) finanzielle Auswirkungen

Sehr oft haben bei der Unterschriften-Aktion Bürger ihren Unmut darüber geäußert, dass der
Geldbeutel bei der Stadt derzeit ziemlich locker sitzt. Geldmittel für größere Bauvorhaben zu
erhalten (z.B. Stadthalle) scheint mittlerweile kein Problem mehr darzustellen.
Es wird gerade deshalb auch nicht verstanden, dass nun auf die Einrichtungen der Kinder
losgegangen wird und deren Bereiche nun zu Bauplätze/Straßen umgewandelt werden sollen.
Dieses Vorhaben soll nun auf dem Rücken unserer Schwächsten ausgetragen werden?
Wenn die finanzielle Situation der Stadt Gunzenhausen nun augenscheinlich größeren
Spielraum zuläßt, kann auch auf ein paar Bauplätze zugunsten der Kinder verzichtet werden!
Bürgermeister Fitz, er selbst wohnt auch in Frickenfelden, will einen bewährten und gut
funktionierenden und einzigen öffentlichen Spiel- und Bolzplatz Alt-Frickenfeldens zum Nachteil
der Kinder verändern.

Die Initiative „Pro Spielplatz und Bolzplatz Frickenfelden“ fordert, dass die Planungen nochmals
vernünftig nachgearbeitet werden und die Bürgerinnen und Bürger in die Planungen der Stadt
besser eingebunden werden.

Der Spielplatz und Bolzplatz am Kindergarten Frickenfelden soll in der bisher bewährten Form
erhalten bleiben!

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